Gottes Willen erkennen und tun #2


Wir schließen unsere Blog-Serie mit einigen Impulsen ab, die uns in Gesprächen mit Jugendlichen wichtig wurden. Nicht wenige Jugendliche sind oft verunsichert, weil ihre Aufgabe zu klein oder zu große erscheint, andere sind so beschäftigt mit der Suche nach dem Dienst, dass sie nahezu auf der Stelle treten.
Dienst hat keine Grenzen
Manchem Jugendlichen liegt eine konkrete auf dem Herzen, für die er sich aber nicht für geeignet ansieht. Zunächst ist Demut und realistische Selbsteinschätzung sicher hilfreich und ein gutes Zeichen, im Bereich des Dienstes dürfen wir den Geber der Gaben aber nicht unterschätzen.
„31:1 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 2 Siehe, ich habe Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, mit Namen berufen 3 und habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, in Weisheit und in Verstand und in Kenntnis und in jedem Werk; 4 um Kunstreiches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold und in Silber und in Kupfer 5 und im Schneiden von Steinen zum Einsetzen und im Holzschneiden, um zu arbeiten in jedem Werk. 6 Und ich, siehe, ich habe ihm Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Stamm Dan, beigegeben; und in das Herz eines jeden, der weisen Herzens ist, habe ich Weisheit gelegt, dass sie alles machen, was ich dir geboten habe: 7 das Zelt der Zusammenkunft und die Lade des Zeugnisses und den Deckel, der darauf ist, und alle Geräte des Zeltes 8 und den Tisch und alle seine Geräte und den reinen Leuchter und alle seine Geräte und den Räucheraltar 9 und den Brandopferaltar und alle seine Geräte und das Becken und sein Gestell 10 und die Dienstkleider und die heiligen Kleider für Aaron, den Priester, und die Kleider seiner Söhne, um den Priesterdienst auszuüben, 11 und das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum. Nach allem, was ich dir geboten habe, sollen sie es machen. […] 36:1 Und Bezaleel und Oholiab und alle Männer, die weisen Herzens waren, in die der HERR Weisheit und Verstand gelegt hatte, damit sie alles Werk der Arbeit des Heiligtums zu machen wüssten, taten nach allem, was der HERR geboten hatte.“ (2.Mose 31:1-11; 36:1)
Oholiab und Bezaleel waren für diese Aufgabe ungeeignet. Gott selbst gab ihnen aber die notwendige Weisheit, Verstand und Kenntnis – also die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten – diese ihre eigentliche Kompetenz weit übertreffende Aufgabe zu bewältigen. Frage Dich deshalb nüchtern und wachsam, was Deine wirkliche Aufgabe ist; zweifle aber nie, ob Gott diesen Dienst durch Dich tun kann.
Bearbeiten wir jetzt eine weitere Ermunterung – das Wachstum im Dienst. Ein Bruder hatte das feste Empfinden, als Missionar nach China gehen zu sollen – ohne praktische Vorerfahrung in Hinblick auf Evangelisationen, Hauskreise oder gar die chinesische Sprache. Gott arbeitet im Dienst oft mit Entwicklung und Wachstum (siehe z.B. auch Mose oder David), bevor Er Dir Deine eigentliche Aufgabe gibt. Nicht immer, aber oft, beginnt die „Dienstzeit“ mit einem kleinen Dienst, aus dem wir „herauswachsen“ sollen:
„14 Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir gegeben worden ist durch Weissagung mit Auflegen der Hände der Ältestenschaft. 15 Bedenke dies sorgfältig; lebe darin, damit deine Fortschritte allen offenbar seien. 16 Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Dingen, denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören.“ (1.Timotheus 4:14-16)
Es ist ermunternd, wie der Apostel seinem „Kind“ Timotheus das „Recht zur Unvollkommenheit“ zugesteht. Auch wir sollten die ersten „dienstlichen Schritte“ der nachfolgenden Generation nicht kritisch bewerten, sondern mit unsere Erfahrung konstruktiv fördern. Für Dich gilt also: Besinne Dich auf Deine Aufgabe, lebe darin, wachse darin und habe Acht a) auf Dich selbst und b) auf die Lehre! So wirst Du sicher und erkennbar in Deinem Dienst wachsen!
Dienst hat Grenzen
Kommen wir nun zur anderen Seite der Medaille. Wir kennen sicher die Redewendung, dass jemand „in zu großen Schuhen unterwegs“ ist. Das bedeutet, dass wir auch einen größeren Dienst ausüben können, als Gott es uns in Auftrag gestellt hat. Nur, weil Gott uns zu Oholiab und Bezaleel machen kann, heißt das nicht, dass Er dies bei uns tut. Denn es gibt im Werk Gottes auch kleine Aufgaben von immenser Bedeutung. Ein Rennfahrer ist letztendlich nicht wichtiger als der Mechaniker, der das Motoröl auf dem rechten Stand hält oder die Reifen wechselt – beide sind für den Erfolg gleich wichtig!
„3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben worden ist, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern so zu denken, dass er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.“ (Römer 12:3)
Wir müssen zunächst dem Reflex widerstehen, uns in falsch verstandener Demut abzuwerten – nicht nur Mose wählte diesen falschen Weg (2.Mose 4:10). Es ist sehr wichtig, unsere Aufgabe klar zu erkennen und auf Gottes Macht zu vertrauen (Römer 4:19-21). Es erfordert aber Disziplin und wahre Demut, den Dienst nach Gottes Maßgabe zu erfüllen und ihn treu und kontinuierlich auszuüben:
„6 Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns verliehenen Gnade: es sei Weissagung, so lasst uns weissagen nach dem Maß des Glaubens; 7 es sei Dienst, so lasst uns bleiben im Dienst; es sei, der lehrt, in der Lehre; 8 es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der gibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.“ (Römer 12:6-8)
Ich möchte das am Beispiel der Predigt verdeutlichen: Manche Brüder predigen gar nicht, weil sie sich nicht als geeignet ansehen, 45 Minuten zu predigen – es gingen maximal 15 Minuten. Nun, dann beschränke Dich doch darauf, was der Herr Dir zugeteilt hat. Vielleicht ermunterst Du dann Brüder mit dem gleichen Problem – und 3 Predigten von 15 Minuten sind ja ebenfalls 45 Minuten… Das ist besser, als sein „Talent“ eigenmächtig auszubauen, seine Predigt also mithilfe von Recherchen und Notizzetteln „upzugraden“. Versteh mich da nicht falsch – Recherchen sind wichtig, Notizen sind auch ok. Wenn Du der Gemeinde aber mehr „Futter“ gibst, als der Heilige Geist Dir gereicht hat, ist das m.E. ein Überschreiten der dienstlichen Grenzen.
Wo beginnt der Dienst?
Wir kennen wohl alle die Gefahr und menschliche Tendenz, dass wir auf den großen, anerkennenswerten Dienst warten, während wir unsere bestehendes Potential gar nicht ausschöpfen. Die Herde Gottes ist dienstlich in weiten Bereichen vernachlässigt und die Gelenke der Darreichung nicht gut gepflegt – sie sind aber wichtig zum kollektiven Wachstum:
„15 die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus, 16 aus dem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maß jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.“ (Epheser 4:15-16)
„19 festhaltend das Haupt, aus dem der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengefügt, das Wachstum Gottes wächst.“ (Kolosser 2:19)
Wir müssen diese Gefahr und Tendenz widerstehen und uns klar machen, dass wir vieles bereits tun sollen, ohne dass es einen konkreten, erneuten Auftrag dazu gibt. Dazu eine kleine Auswahl:
„14 Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen.“ (Johannes 13:14)
„27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten.“ (Jakobus 1:27)
„2 Die Gastfreundschaft vergesst nicht, denn durch diese haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ (Hebräer 13:2)
„16 Das Wohltun aber und Mitteilen vergesst nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen.“ (Hebräer 13:16)
Zusammengefasst:
„10 Je nachdem jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dient einander damit als gute Verwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.“ (1.Petrus 4:10)





