13 Apr

Therapie- & Coaching-Etappen (Roadmap)

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Im Schema der wirksamen Kräfte haben wir die Wichtigkeit der persönlichen Position auf der Achse zwischen Mittelpunkt und Finsternis thematisiert. Unser Seelsorge-Angebot beschränkt sich nicht auf das Beheben z.B. psychischer Störungen sondern verfolgt das Ziel resilienten, selbstbestimmten Auslebens der gottgegebenen Identität. Die farblich unterschiedenen Phasen (im vorigen Schema die Erdschichten) stellen einzelne Wachstumsstufen dar, die Dir helfen, in allem zu Christus hinzuwachsen[1], statt von jedem Wind (oder der Zentripetalbeschleunigung des vorherigen Schemas) hin- und hergeworfen zu werden.

Die verschiedenen Phasen stellen aufeinander aufbauende Laufbahnen dar, der links angeordnete Startbereich beschreibt die Etappe, auf der Strecke lässt Du Dich von Christus verändern und am jeweiligen Ende befindet sich das entsprechende Etappenziel.

Grundsätzlich verorten wir Klienten auch in diesen Phasen (Alkohol-/Computerspielabhängige also in Phase „Befreiung“, Christen in Glaubenskrisen in der Phase „Beziehungsausbau“). Manche Christen wenden sich auch mit konkreten Zielwünschen an uns, wodurch der Aufbau eines individuellen Therapieplans deutlich vereinfacht wird.

Wir verstehen die einzelnen Phasen bzw. Etappen als aufeinander aufbauend, da ohne die Bekehrung (Etappe 1) keine ganzheitliche Befreiung (Etappe 2) erzielt werden kann, ebenso wenig kann bei Gebundenheit (ohne Erreichen des Etappenziels 2) keine umfassende Anpassung der Lebensführung (Etappe 4) erfolgen. Dennoch beschreiben die Phasen keine zwingende Roadmap, unsere Erfahrungswerte zeigen aber, dass diese Vorgehensweise größtmöglichen Erfolg bei nur geringem Druck (Disziplin) und ohne Verlustempfinden bietet.

Kommen wir nun zu den einzelnen Phasen:

1. Bekehrung => Kind Gottes

Diese Phase ist zwingende Voraussetzung für alle weiteren Etappen hin zum Ausleben der Identität in Christus. Die Macht Satans, der ein Nicht-Christ hilflos ausgeliefert ist, muss gebrochen und durch die Wiedergeburt ein auf Gott ausgerichteter Geist Einzug halten.

In Hinblick auf seelsorgerliche Therapien ist dies der oft erfahrene „Game-Changer“, da nur der innewohnende Geist Gottes unbestechlich zum wahren Gutes hinwirkt.

2. Befreiung => Freiheit

Junge und auch erfahrene Christen stehen in Gefahr, sich erneut binden zu lassen. Exemplarisch kann hier das „Joch der Knechtschaft“[1] der Gesetzlichkeit und jede Bindung durch die „leicht umstrickende Sünde“[2] genannt werden.

Kategorisch können wir hierzu alles zählen, was uns bindet:

  • Bei Addiktionen kann dies beispielsweise sporadischer Konsum psychotroper Substanzen (Alkohol, Tabak, Cannabinoide, …) sein, der uns zunächst nützlich erscheint, letztendlich aber überwältigt[3]. Ähnlich verhält es sich mit Suchtpotentaten wie Gaming, Gambling, Streaming oder Pornographie.
  • Viele Zwangsstörungen, Phobien und Essstörungen können stark steuernden und damit bindenden Einfluss auf unser Leben bedeuten.
  • Die bereits angesprochene Gesetzlichkeit führt nach der Bibel in ein Joch der Knechtschaft, gleichermaßen kann dies bei allen Formen von Störungen der Sexualidentität auftreten.

Bei der Betreuung von Betroffenen dieser Abhängigkeit ist es wichtig, den Ausdruck „lasst Euch nicht unter ein Joch bringen“ zu beachten. Auch wenn Geschwister beispielsweise ihre Alkoholsucht aktiv „loslassen“[4] müssen um losgelassen zu werden, haben sie sich erfahrungsgemäß nie dafür entschieden, gebunden zu werden – sie wurden verführt und in Gefangenschaft geführt.

3. Beziehungsausbau => Ruhe

Ein in Gott ruhendes Leben setzt das Bewusstsein voraus, dass Gott gut ist. Dem stehen häufig ein verzerrtes Gottesbild und ein verschobenes Selbstverständnis entgegen. Der innige Dialog mit unserem himmlischen Vater, Begegnungen und Gemeinschaft in der täglichen Andachtszeit schenken eine wohlige Ruhe in unserem rastlosen Umfeld. Der Auf-/Ausbau tragfähiger Beziehungen und Freundschaften, die gegenseitige Erbauung und das Tragen der Lasten anderer unterstützt dies nachhaltig.

4. Lebensführung => Kraft

Eine zielgerichtete Lebensführung stellt eine optimale Grundlage zur Freisetzung von Kraftpotential dar. Ein Leben ohne sündige Verstrickungen setzt körperliche, seelische und geistliche Kräfte frei, was Formulierungen wie „ruht von der Sünde“[5] und „es ist genug“ zeigen. Die bis dahin oft verschwendeten Ressourcen stehen nun für wertschöpfende Aufgaben zur Verfügung.

5. Jüngerschaft => Lebenszweck

Abgerundet wird das „Rennen“ durch die finale Etappe mit dem Ziel des selbstbestimmten, effektiven Auslebens Deiner wahren Identität in Christus. Weit mehr als zuvor wirst Du erleben, was genau das geschenkte „Leben im Überfluss“[6] bedeutet und wirst Deinen Lebenszweck finden und auszuleben lernen.


[1] Galater 5:1

[2] Hebräer 12:1-2

[3] 1.Korinther 6:12

[4] Lukas 6:37

[5] 1.Petrus 4:1-3

[6] Johannes 10:10

[1] Epheser 4:14-15

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