01 Jul

Freundschaft #4

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Im vierten Beitrag unserer Blog-Serie untersuchen wir einige Do’s und Don’ts, die Gottes Wort zur Freundschaft nennt. Sie haben einen teils negativen Hintergrund, komplettieren aber abschließend Gottes Sicht auf Freundschaften.

Freunde des Christus

Es ist ein Unterschied, ob ich Christus als Freund sehe, oder ob Christus mich als Freund erkennt. Bei Petrus und Johannes erkannte die Zuhörerschaft in Apostelgeschichte 4, dass diese “mit Jesus gewesen waren” (Vers 13). Ebenso ist es mit der Freundschaft. Wenn wir Christus gehorchen und Seine Wesensarten und Charakterzüge (Tugenden) ausleben, werden wir als Freunde Christi erkannt werden.

“13 Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.” (Johannes 15:13-14)

“9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; 10 die ihr einst »nicht ein Volk« wart, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr »nicht Barmherzigkeit empfangen hattet«, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt.” (1.Petrus 2:9-10)

Freunde wie Christus

In unserer Seelsorge haben wir mit Christen Kontakt, die finanziell bedürftig sind. Aus den Gesprächen wird meist schnell deutlich, dass sich ihr Freundeskreis leider auch auf ebendiese soziale Schicht beschränkt.

Es ist wohl jeder Mensch so geprägt, sich mit Seinesgleichen zu umgeben (das ist nicht despektierlich gemeint), wodurch eine Bubble entstehen kann, in die nur Vertreter bestimmter Interessen etc. Eingang finden. Wir müssen aber erkennen, dass die sozial Schwachen und alle Formen des biblischen Törichten, Schwachen, Unedlen und Verachteten (1.Korinther 1:26-29) oder auch Mangelhaften (1.Korinther 12:25) diese Wahl nicht haben auch auch nicht treffen möchten.

Erinnern wir uns daran, dass Christus der Freund der Zöllner und Sünder genannt wurde, diese also offenbar auch einen Teil Seines Freundeskreis ausmachten.

Wir möchten ein Appell aus Gottes Wort anführen, Freundschaften bewusst auf schwache Geschwister auszuweiten, die “Armut” können wir da sicher auch auf Bildung, Fitness, Bibelkenntnis, Glauben und vieles andere erweitern:

“12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittagsmahl oder ein Abendessen machst, so lade nicht deine Freunde noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung werde. 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde, 14 und glückselig wirst du sein, weil sie nichts haben, um dir zu vergelten; denn dir wird vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten.” (Lukas 14:12-14)

“4 Reichtum verschafft viele Freunde; aber der Geringe – sein Freund trennt sich von ihm. […] 7 Alle Brüder des Armen hassen ihn; wie viel mehr entfernen sich von ihm seine Freunde! Er jagt Worten nach, die nichts sind.” (Sprüche 19:4-7)

Wir können uns ein schönes Beispiel am Wirken des Herrn gegenüber Zachäus (und vielen anderen Personen, wie z.B. auch der Frau am Jakobsbrunnen nehmen). Freundschaft taucht oft in ein defizitären Umfeld ein, verändert es zum Guten und führt zu einer ganz anderen Dimension der Freundschaft.

Freunde durch Christus

Lesen wir zunächst eine kurze Begebenheit aus dem Lukas-Evangelium:

“5 Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und um Mitternacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote, 6 da mein Freund von der Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen soll; 7 und jener würde von innen antworten und sagen: Mache mir keine Mühe, die Tür ist schon geschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben? 8 Ich sage euch, wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er wenigstens um seiner Unverschämtheit willen aufstehen und ihm geben, soviel er nötig hat. 9 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden.” (Lukas 11:5-9)

Wir möchten die Argumentation umkehren und die Auswirkungen der (vertikalen) Freundschaft zu Christus auf unsere (horizontalen) Freundschaften auswirken. Auch wenn wir keinen Herrlichkeitsleib haben und noch Schlaf benötigen, können wir Schlüsse aus dieser Schilderung ziehen. Es ist vielleicht eine schöne “Hausaufgabe”, über die Vorzüge und den Segen der Freundschaft Christi nachzudenken und Entschlüsse zu fassen, wie wir diese in unserem irdischen Freundeskreis etablieren können.

Freunde zu Christus

Wir möchten abschließend noch kurz auf einen wesentlichen Aspekt gesunder Freundschaft eingehen – die Ausrichtung auf Christus.

Wir hatten am Beispiel des Lahmen (Lukas 5) gesehen, wie die Freunde ihn zu Christus trugen; ebenso handelte Andreas mit seinem Bruder Simon (Johannes 1:40-42).

Nicht nur Ehen, sondern auch Freundschaften können eine “dreifache Schnur” (Prediger 4:12) sein, wo alle Freunde um den zentralen Mittelpunkt Christus geflochten ist.

Es ist ein schwaches, aber gesegnetes Bild von Gottes Wunsch, den Er im Brief an die Epheser formuliert:

“15 sondern die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus, 16 aus dem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maß jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.” (Epheser 4:15-16)

Ist das nicht attraktiv: ein Freundeskreis, der Stufe um Stufe zu Christus hinwächst, sich gegenseitig ausrichtet, erbaut und gemeinsam wächst? Ist es aber auch nicht ein Denkansatz, wie wichtig es ist, diese Freundeskreise statt als “Bubble” möglichst offen zu gestalten, damit möglichst viele Geschwister mitwachsen können?

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