03 März

Ausrichtung des Herzens #1

In dieser Beitrags-Serie bearbeiten wir biblische Beispiele, die die Bedeutung unserer Herzensausrichtung zum Thema haben und praktische Impulse für unser Leben als Christ bieten. Wir beginnen mit einem Abschnitt aus dem Propheten Haggai:

„1 Im zweiten Jahr des Königs Darius, im sechsten Monat, am ersten Tag des Monats, erging das Wort des HERRN durch den Propheten Haggai an Serubbabel, den Sohn Schealtiels, den Statthalter von Juda, und an Josua, den Sohn Jozadaks, den Hohenpriester, indem er sprach: 2 So spricht der HERR der Heerscharen und sagt: Dieses Volk spricht: Die Zeit ist nicht gekommen, die Zeit, dass das Haus des HERRN gebaut werde. 3 Und das Wort des HERRN erging durch den Propheten Haggai, indem er sprach: 4 Ist es für euch selbst Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus wüst liegt? 5 Und nun, so spricht der HERR der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege! 6 Ihr habt viel gesät und wenig eingebracht; ihr esst, aber nicht zur Sättigung; ihr trinkt, aber nicht zur Genüge; ihr kleidet euch, aber es wird keinem warm; und der Lohnarbeiter erwirbt Lohn für einen durchlöcherten Beutel. 7 So spricht der HERR der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege! 8 Steigt auf das Gebirge und bringt Holz herbei und baut das Haus, so werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht der HERR. 9 Ihr habt nach vielem ausgeschaut, und siehe, es wurde wenig; und brachtet ihr es heim, so blies ich hinein. Weshalb das?, spricht der HERR der Heerscharen. Wegen meines Hauses, das wüst liegt, während ihr lauft, jeder für sein eigenes Haus. 10 Darum hat der Himmel den Tau über euch zurückgehalten und die Erde ihren Ertrag zurückgehalten. 11 Und ich habe eine Dürre gerufen über das Land und über die Berge und über das Korn und über den Most und über das Öl und über das, was der Erdboden hervorbringt, und über die Menschen und über das Vieh und über alle Arbeit der Hände.“ (Haggai 1:1-11)

Wir können in diesem Abschnitt zweierlei Appelle Gottes finden. Zunächst finden wir die Gefahr der Vernachlässigung göttlicher Ansprüche. So können wir Gottes Willen als zweitrangig deklarieren, es kann aber auch das Ergebnis eines längeren Prozesses zunehmender Weltförmigkeit sein. Dabei sprechen wir Gott nicht offen Seine Autorität ab, es ist nur halt gerade nicht „an der Zeit“ (Vers 2) für Seine Ansprüche.

Im Ergebnis führen wir ein Leben „getäfelter Häuser“, während die Verwirklichung von Gottes Willen in Teilen „brach liegt“. Zweifelsohne hat diese Begebenheit materiellen Charakter, kann aber ebenso auf den geistlichen Bereich angewandt werden. In beiden Bereichen finden wir in unseren Tagen eine oft sehr ausgeweitete „Komfortzone“ mit vielen Argumenten, warum Objekt x oder Betätigung y notwendig ist. Das Prinzip „Nahrung und Bedeckung“ (1.Timotheus 6:6-8) sollte aber bedacht werden, auch, da diese Ausrichtung Schutz vor Verweltlichung bietet.

Wir sollten immer wieder Revision halten und unser Herz erneut auf unsere Wege richten (Verse 5 und 7). Gott weiß, wie leicht wir unseren Blick und unser Herz ablenken lassen, wie verlockend uns irdische Vorteile und erscheinen. Lassen wir uns von diesem Appell erreichen, dass wir uns dann doch letztendlich um das Füllen eines „durchlöcherten Beutels“ bemühen, aber weder Tränkung, Sättigung oder Wärme finden (Vers 6). Eine herzerwärmende Parallele kennen wir auch aus dem Propheten Jesaja:

„1 He, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern! Und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft ein und esst! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch! 2 Warum wiegt ihr Geld ab für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich und esst das Gute, und eure Seele labe sich an Fettem! 3 Neigt euer Ohr und kommt zu mir; hört, und eure Seele wird leben.“ (Jesaja 55:1-3)

Es geht in diesen Abschnitten nicht primär um Kritik an Weltförmigkeit, sondern eher um Kritik daran, dass wir unter unserer gewünschten Lebensqualität leben, da wir unser wahres Potential nicht nutzen. Lassen wir uns von dem folgenden Abschnitt ermuntern:

„15 Und nun richtet doch euer Herz auf die Zeit von diesem Tag an und aufwärts, ehe Stein auf Stein gelegt wurde am Tempel des HERRN! 16 Bevor dies geschah: Kam man zu einem Garbenhaufen von zwanzig Maß, so wurden es zehn; kam man zum Fass, um fünfzig Eimer zu schöpfen, so wurden es zwanzig. 17 Ich schlug euch mit Kornbrand und mit Vergilben, und mit Hagel alle Arbeit eurer Hände; und ihr kehrtet nicht zu mir um, spricht der HERR. 18 Richtet doch euer Herz auf die Zeit von diesem Tag an und aufwärts; vom vierundzwanzigsten Tag des neunten Monats an, von dem Tag an, als der Tempel des HERRN gegründet wurde, richtet euer Herz darauf! 19 Ist noch die Saat auf dem Speicher? Ja, sogar der Weinstock und der Feigenbaum und der Granatbaum und der Olivenbaum haben nichts getragen. Von diesem Tag an will ich segnen.“ (Haggai 2:15-19)

Natürlich könnten wir Gottes Handeln als hart bezeichnen – das wäre aber kurzsichtig. Wenn ich Dir die Kerkertür zuhalte und Du nur noch durch durch die Tür in die Schatzkammer gehen kannst, ist das ja auch eher ein Liebesbeweis. Gott möchte, dass wir den vollen und bleibenden Segen genießen – und nicht vorher falsch abbiegen…

Gottes Wort appelliert in diesen Abschnitten – wie auch in dem ganzen Propheten – sehr transparent und es sind eigentlich keine weiteren Erklärungen notwendig. Es bleibt nur die Empfehlung, diese Abschnitte nochmals durchzulesen, zu sich sprechen zu lassen und im Dialog mit Gott die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Wir schließen mit einem bekannten, biblischen Appell:

„33 Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“ (Matthäus 6:33)

Dieses „Trachten“ ist weit mehr, als sich in Entscheidungen für Gottes Willen einzusetzen. Es ist weit mehr ein „sich ausstrecken“, wie es Paulus an die Philipper schreibt (Philipper 3:13-14).

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